Fühlen.

Einatmen, ausatmen.

In machen Momenten steht die Welt still und der Rhythmus des Lebens wird greifbar.

Mein Tag war geprägt durch den Anfang und das Ende, durch Alt und Jung.

Am Vormittag Behandlung und Begegnung mit einem großen, 26jährigen Warmblutwallach. Für alle Nicht-Pferdeleute: 26 ist für ein solches Tier ein stolzes Alter! Vergleichbar mit einem über 90jährigen Menschen.

Im Anschluß wartete daheim ein Sorgenkind. Ein kleines Lamm, kaum 24 Stunden alt. Ein Flaschenkind, zerbrechlich und schutzbedürftig wie ein Frühgeborenes.

Viel mehr als jede therapeutische Technik, zeigten mir diese Begegnungen erneut, wie sehr jedes Lebewesen Berührung und Zuwendung zum Leben benötigt. Wie sehr sie es genießen und wie ein Schwamm Nähe und Fürsorge aufsaugen – insbesondere die besonders alten und die besonders jungen Tiere!

Liebevolle Berührung ist eine Wohltat für die Sinne. Der alte Wallach schloß die Augen und genoß seine Behandlung in der Vormittagssonne. Sein Rücken entspannte sich sichtlich, die Gesichtszüge wurden weich und er bedankte sich mit sanften Nasenstupsern. Und auch unser krankes Baby im Stall wackelte mit all‘ seiner Kraft und suchte die Nähe.

Eine Berührung muss nicht therapeutisch ausgerichtet sein, um zu helfen. Die Intention dahinter ist maßgeblich. Die Buddhisten nennen das die Praxis der „liebevollen Güte“. Wenn ich in meinen Gedanken und Handlungen konkruent bin und meinem Gegenüber mit offenem Herzen Fürsorge zukommen lassen möchte, wird diese Berührung eine andere sein, als es zum Beispiel eine schlichte Fellpflege wäre.

Solltet Ihr also dieses Wochenende ein wenig Zeit für Eure Hunde, Pferde, Katzen oder sonstigen vierbeinigen Gefährten haben, werft die Bürsten und Striegel in die Ecke, nehmt Euch Zeit und genießt die Berührung von Hand auf Fell. Und achtet mal bewusst auf die Wärme und Vertrautheit die entsteht und die zu einer ganz neuen Qualität Eurer Freundschaft führen kann.

Nehmt Eure Tiere so wahr, wie sie in diesem Moment sind. Mit allen Stärken und Schwächen und beachtet insbesondere den Punkt in ihrem Leben, an dem sie grad stehen. Denn jeder Lebensabschnitt bringt spezielle Bedürfnisse mit sich und erfordert Eure besondere Aufmerksamkeit – birgt aber auch das Potential für eine immer neue und tiefere Verbindung zwischen Mensch und Tier!

In diesem Sinne wünsch ich Euch ein tolles Wochenende und freue mich auf Euer Feedback!

 

 

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