Der Indianer…

…nannten sie ihn liebevoll in seiner Welpenstube.

Chaostrupp’

Sag ich täglich mindestens ein Dutzend Mal. Und das nicht immer ganz entspannt im Tonfall.

Mehrere Hunde teilten bisher mein Leben mit mir. Große und kleinere, ruhige und aktive. Kein Hund ist perfekt, auch kein Mensch. Um seinen Hund alltagstauglich zu machen, besucht man in der Regel eine Hundeschule. Ich wurde kurzum selbst zu einer. Hochkarätig ausgebildet rund um alle Belange eines Hundelebens. Hilft mir das?

Nein.

Nein.

Nein.

Nicht. Bei. Diesem. Hund.

Er hüpft und springt, er zottelt an meinen Armen und Caras Ohren, er fiept und quietscht, klaut alles, was er zwischen die Zähne bekommt, er rempelt und zerrt. Drei Hundebetten gehen bereits auf sein Konto, mehrere Schuhe (von Gästen), das Kabel einer Schleifmaschine und andere unnötige Dinge. Und genau in diesem Moment frisst er meinen Schreibtischstuhl. Während ich drauf sitze. Macht ja nix.

Kurzum: Chaos auf vier Beinen! Und was der Gute dabei zu vergessen scheint, er ist kein kleiner Jack-Russel. Neee… Er ist ein schwarz-weisser 55kg Chaosbär, aktuell elf Monate alt.

Ähnlich wie in Bezug zu Kindern, wird auch in Hundetrainerkreisen das Thema Hyperaktivität vielschichtig diskutiert. Da Schubladendenken nicht so meins ist, konnte ich den Thesen früher nicht ganz so viel abgewinnen.

Jetzt stapelt sich hier einschlägige Lektüre: Hyperaktivität, Schilddrüsenstörungen, Stress beim Hund, Entspannungstechniken, Verhaltensregulation via Futterumstellung und so weiter. Alles, was der Markt hergibt und meine Verzweiflung zulässt. Durch eigenes Leid wird man zum Experten.

Neu unter anderem auch ein technisches Gimmick, ein kleines Gerät, das beruhigende Frequenzen aussendet. Mit Tiefenentspannung in 89% wird geworben. Aha, unsere Rettung!

Dachte ich. Gekauft und sorgsam vorbereitet, starte ich das Ding in einem passenden Moment. Alle Hoffnungen ruhen nun auf dem kleinen schwarz-roten Lautsprecher… Was macht mein Chaos-Indi?

Er will es fressen.

Ich geb’s auf…

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